Upcycling – aus alt mach neu! 

Wie oft hören wir die Redewendung, dass die Menschheit im Laufe der Jahre sich zu einer Wegwerfgesellschaft entwickelt hat? Hand aufs Herz: viel zu oft! Aber leider zurecht. Und das müsste doch überhaupt nicht sein, denn eigentlich leben wir in einer Gesellschaft, die ganz genau weiß, wie nachhaltig produziert wird, wie man Lieferketten so kurz wie möglich halten kann und wie Produkte langlebig hergestellt werden können. Wir hier bei RAUM-BLICK achten bei unseren Partnern darauf, dass ihnen der Umweltschutzgedanke genauso wichtig ist wie uns. Und darüber hinaus legen wir großen Wert darauf, auf unser Hab und Gut aufzupassen – und wenn es sein muss, auch einmal selbst Hand anzulegen, wenn es darum geht, etwas zu reparieren oder gebrauchte Schätze zu neuen Schmuckstücken umzuwandeln.  

 

Leider kommt es auch vor, dass bei uns das ein oder andere Stück durch den Transport beschädigt nicht mehr intakt ankommt. Und so lagen vor Weihnachten eine Mr. Wattson Leuchte von Piffany Coppenhagen, ein Nomad Hocker von Skagerak sowie eine Bau Gießkanne von ferm LIVING mit leichten Mängeln neben den Regalen mit den intakten Stücken. Drei Stücke, die so schön sind, dass sie in jedem Fall einen Platz in meiner Wohnung finden sollten. Mr. Wattson fehlte ein Bein, die Gießkanne lief aus und am Normad Hocker war ein Stück der Ablagefläche herausgebrochen. Zwischen Weihnachten und Neujahr hat mich dann das Upcycling gepackt, denn ich hatte mich über die drei Produkte so gefreut, weil sie eine super Ergänzung zu meinem Lesesessel sind. Bisher lagen die Bücher immer auf dem Couchtisch im Weg rum oder eben rund um den Sessel verstreut. Den Tisch und die Lampe wieder herzurichten, war mit Hilfe von Leim und ein klein wenig Farbe gar kein Problem. Die Gießkanne sollte ein neues Zuhause für meine Zimmerpflanzen werden; die habe ich vorne zusätzlich aufgeschnitten, damit mehr Pflanzen reinpassen. Dabei ist bewusst der Steg in der Mitte bestehen geblieben, weil ich Angst hatte, dass die Gießkanne die Spannung verliert und oben auseinanderklafft, weil sie nichts mehr zusammenhält. Verwendet habe ich dazu erst zum Vorbohren einen 4er-Bohrer, dann habe ich die Löcher mit einem 6er-Bohrer vergrößert und dann konnte ich mit dem Schneider super mit der Arbeit beginnen. Nach 2 Stunden war alles fertig - also keine Zeit im Vergleich dazu, die beschädigte Ware einfach wegzugeben. Es hat mir super viel Spaß gemacht und ich finde auch, dass es gut aussieht – schaut gerne mal auf Instagram vorbei! 

 

Meine Kollegin Saskia hatte ebenfalls eine gute Idee: Sie ist im Besitz einer New Norm Weindekantierkaraffe von menu. Und sie weiß: Es ist viel zu schade, den menu wine breather nur zu besonderen Anlässen bei einem gemütlichen Weinabend mit Freunden oder der Familie zu verwenden und ihn die übrigen Tage in der Vitrine zu verstauen. In dem bauchigen Glasgefäß lassen sich auch Tulpen oder Trockenblumen wunderbar zur Geltung bringen und den Frühling bei ihr einziehen. 

 

Unsere Latifa hatte eine Lyngby Porzellan Vase gefunden, die durch einen Lackschaden innen und außen nicht mehr verkauft werden konnte. Doch ein paar Farbstriche hier und da und schon war sie wieder fast wie neu. So leicht kann das manchmal mit dem Upcycling sein. 

 

Doch hier ist noch viel Luft nach oben. Denn Upcycling kann noch viel mehr: Scheinbar nutzlose Abfallprodukte können oft so leicht in neuwertige Stoffe umgewandelt werden. Anders als beim Recycling oder Downcycling kommt es beim Upcycling zu einer stofflichen Aufwertung. Der Prozess der Wiederverwertung von vorhandenem Material reduziert den Bedarf an neu produzierten Rohmaterialien und wirkt sich somit schonend auf Ressourcen aus. Stoffe, die beim Upcycling verwendet werden können, sind sehr vielfältig: Vom ausgedienten Feuerwehrschlauch über alte Werkzeuge, Reste aus der Textilproduktion oder alte Hufeisen - alles findet eine Verwendung und kann in hochwertigere Produkte umgewandelt werden bzw. Bestehende ergänzen und zu etwas Besonderem machen. Upcycling ist somit nicht nur ressourcenschonend, sondern verringert auch den Energieverbrauch und die Luft- und Wasserverschmutzung. 

 

Na, neugierig geworden? Oder selbst schon im Upcycling-Fieber? Wir freuen uns auf Ihre Tipps und Tricks in den Kommentaren. Wir werden uns in jedem Fall weiter darin versuchen und halten Sie gerne darüber auf dem Laufenden. Bleiben Sie kreativ!

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